„Eintauchen in die Pflegestärkungsgesetze“ – Regionaldialog in München

Engagierte Praktikerinnen und Praktiker der Pflege diskutieren beim Regionaldialog in München

„Eintauchen in die Pflegestärkungsgesetze“ hieß es beim ersten Regionaldialog „Pflege stärken“ in München am 20. April 2016. Fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Bundesministeriums für Gesundheit und nutzten die Gelegenheit, aus erster Hand über die Veränderungen informiert zu werden, die die neuen Gesetze für die Pflege in Deutschland mit sich bringen. In engagierten und intensiven Diskussionen wurde deutlich, welche Fragen die Praktikerinnen und Praktiker der Pflege bewegen und wo sie Unterstützung für eine erfolgreiche Umsetzung benötigen.

Um an den fünf Thementischen stichhaltig diskutieren zu können, nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, konkrete Fragen direkt mit Expertinnen und Experten aus dem Ministerium und dem Begleitkreis des Regionaldialogs zu klären: „Gibt es eine Finanzierung der Prävention im ambulanten Bereich?“, „Wer darf welche Leistungen erbringen?“, „Wird der ‚Einstieg‘ ins Pflegesystem einfacher?“, „Wie werden Beraterinnen und Berater zukünftig geschult?“ Diskutiert wurde, wie gewährleistet werden kann, dass zukünftig zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen angeboten werden. Neben Fragen zur Personalbemessung im stationären Bereich wurden genauere Informationen zum Neuen Begutachtungsassessment eingefordert. Die Teilnehmenden regten ebenfalls an, in der Betrachtung der Pflegebedürftigkeit besser zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu unterscheiden. Auch der Aspekt der Interkulturalität dürfe nicht aus dem Blick verloren werden: Es wäre eine politische Lösung wünschenswert, um beispielsweise „eine ausreichende Versorgung mit entsprechend qualifizierten (Medizin-)Dolmetschern sicherzustellen“. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass die Informationsmaterialien zu den neuen Pflegestärkungsgesetzen auch in leichter Sprache verfasst sein sollten.

Als Anregungen für Webinare und den Online-Dialog „Pflege stärken“ auf der projekteigenen Website brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem die Themen „Unterscheidung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen“, sowie „Erfolgreiche Nachsorge“, „Angehörigenrückmeldungen zur Qualität der Pflege“ wie auch „Abrechnungsfähige Leistungen“ ein.

Regina Kraushaar, Abteilungsleiterin Pflegesicherung und Prävention im Bundesministerium für Gesundheit, dankte allen Anwesenden für die engagierte Teilnahme. „Sie haben uns in Ihre Gespräche einbezogen. Es war ein ganz wunderbarer Austausch für mich, den ich als sehr lebendig erlebt habe.“ Ihren Dank verknüpfte sie mit dem Wunsch an die Teilnehmenden, das Ministerium weiterhin im Regionaldialog zu begleiten. „Der Kraftakt, die Pflegestärkungsgesetze gut umzusetzen, kann nur dann gelingen, wenn wir ihn gemeinsam schultern.“

Die zweite Dialogveranstaltung für die Region München wird im Herbst 2016 stattfinden. Sie wird an die Ergebnisse aus der ersten Runde anknüpfen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, an diesem Treffen wieder teilzunehmen und sich in der Zwischenzeit auf der projekteigenen Website zu registrieren, um über aktuelle Entwicklungen informiert zu werden.